Breaking News
Du bist hier: Startseite » Internet » Liberty Reserve: Offshore-Payment-Dienst zerschlagen

Liberty Reserve: Offshore-Payment-Dienst zerschlagen

Jahrelang wurde der Bezahlungsdienst Liberty Reserve mit Sitz in Costa Rica, welche in Kreisen Krimineller als erste Wahl gilt, für Geldwäschereien in wohl bisher größten Ausmaßen genutzt, nun zogen US-Strafverfolgungsbehörden einen Schlussstrich und schoben der Offshore-Internet-Firma einen Riegel vor.

Drucken

Ein Paypal für Kriminelle

Liberty Reserve Logo

Liberty Reserve Logo

Es hört sich an wie in einem Krimi, nur ist es Keiner. US-Fahnder sind dem nun wohl bis dato größten Fall von Geldwäsche auf die Schliche gekommen, den es jemals gegeben hat. Liberty Reserve ist ein Online-Zahlungsdienst ähnlich wie Paypal, mit Sitz in Costa Rica, bei dem der Name das Programm angibt, denn Freiheiten gibt es viele. Beim Anlegen eines Accounts bei der Offshore-Bank benötigt man nicht mehr als eine Email-Adresse, weitere Daten oder Identifikationen sind nicht relevant für einen Dienst, welcher nur dazu geschaffen wurde um Kriminellen eine digitale Währung zu schaffen, mit der sich bequem, spurlos und anonym Geld-Transaktionen durchführen lassen. So wurde der Dienst laut den US-Fahndern die erste Wahl als Bank für die Unterwelt.

Allein die Ausmaße sind mehr als beeindruckend, der Payment-Processor hatte weltweit rund eine Million aktive Nutzer, bei denen es sich hauptsächlich um Drogenhändler, Cyberkriminelle und andere Lichtgestalten der Unterwelt handelte. Seit 2006 wurden Geldflüsse in Höhe von rund 6 Milliarden Dollar abgewickelt.
Inzwischen wurden die beiden Gründer, der gebürtige Ukrainer Arthur B. und Wladimir K., sowie 3 weitere Männer festgenommen. An den Ermittlungen waren 17 Länder weltweit beteiligt, darunter neben den USA, die Niederlande, Spanien und Großbritannien. Nicht involviert war hingegen Deutschland.

Wie funktionierte die Geldwäsche?

Ein Kunde von Liberty Reserve muss sich zunächst, einfach, schnell und völlig anonym, einen Account anlegen. Anschließen muss das Geld des Kunden in die hauseigene digitale Währung namens “LR” umgewandelt werden, dies wird von entsprechenden “Exchangern” sprich Geldwechslern gegen eine anfallende Gebühr innerhalb von Sekunden erledigt und dem Kunden-Konto gut geschrieben. Das Geld kann dann wie von Paypal bekannt “instant” an andere Accounts geschickt und jederzeit, wieder mit anfallenden Gebühren, zurückgetauscht werden. All dies geschieht völlig spurlos und ist für jegliche Strafverfolgungsbehörden nicht nachvollziehbar.
Zumindest war es so, denn nun ist Liberty Reserve geschlossen wurden und unter der eigenen Domain, welche beschlagnahmt wurde, nicht mehr erreichbar.
Was mit dem Geld auf den unzähligen Konten des Dienstes geschieht steht in den Sternen,  die Besitzer sollten sich jedoch keine Hoffnungen auf ein Wiedersehen mit ihrem schmutzigen Geld machen.

Ihr wollt immer Up-to-Date sein? Dann klickt auf unserer Facebook-Seite auf "Gefällt mir", folgt uns auf Twitter oder kreist uns auf Google+ ein. Außerdem gibt es den RSS-Feed.

Über Christopher Schulze

Christopher ist 22 Jahre jung und Student des Studiengangs Wirtschaftsinformatik. Ständig bemüht in der Welt der Technik up-to-date zu sein. Hauptsächlich beschäftigt er sich was Technik anbelangt abseits des Studiums mit Android, Web-Projekten und in letzter Zeit auch mit verstärkt Linux.
Scroll To Top