Chrome, Firefox und der Internet Explorer sind die gefragtesten Browser im Web. Sie sind eine zentrale Schnitstelle für Dienste. Im Praxis-Test liegen sie knapp beieinander. Wir haben den Speedtest gemacht. Ist Googles Chrome-Browser erneut der schnellste im Test?
Noch vor einigen Jahren war der Funktionsumfang eines Browsers darauf begrenzt Texte und Bilder im Netz darzustellen. Heute haben sich Browser zu einem Alleskönner entwickelt. Sie verarbeiten Texte, streamen Videos, speichern Daten, bearbeiten Bilder und vieles mehr. Statt einer speziellen Software zu installieren, übernehmen Browser diese Aufgaben. Doch welcher Browser ist der Beste? „Nerdzine“ stellt die drei beliebtesten Browser in der aktuellen Version vor und macht den Browser-Speedtest.
Microsofts Internet Explorer 10: Macht er wieder Boden gut?
Auf Desktop-PCs war der Internet Explorer in Zeiten von Windows XP einst der meistgenutzte Browser – allerdings konnte Googles Chrome mit modernen Techniken und Geschwindigkeit vorbeiziehen. Der Praxis-Test zeigt, dass der Internet Explorer 10 modern daher kommt. Frühere Versionen galten als Altbacken. Erst mit der Version 9 zog der Hersteller die Notbremse und baute den Browser um. Mit IE 10 hat Microsoft bewiesen, dass der Browser auch stylisch daher kommen kann und neue Internet-Standards integriert. In Deutschland ist die Verbreitung allerdings nicht sehr hoch. Den Statistiken von StatCounter nach sollen hierzulande nur 18,91% den IE nutzen. Vorteile vom Browser sind: Er unterstützt in Windows 8 Flash. So ist die Wiedergabe von Flash-Inhalten auf mobilen Geräten möglich.
Chrome 27: Meistgenutzte Browser
Googles Browser Chrome ist seit Mai 2012 der weltweit meistgenutzte Browser. Laut StatCounter hat er einen Marktanteil von 42,72 % (Juli 2013) und damit deutlich vor dem IE (2. Platz mit 25,17 %). In Deutschland lässt Chrome immerhin den Internet Explorer hinter sich und landet nach Firefox auf Platz 2. Mit der neuen Version erhalten vor allem Nutzer der Android-Version viele Neuerungen. Bei der Desktop-Variante sind wenige Neuerungen sichtbar – dafür aber umso mehr unter der Haube. Ein Vorzug, den Chrome-Nutzer kaum vermissen möchten, ist die Sprachsuche. Sie wird bei Tablets, Notebooks aber auch Desktop-PCs gerne genutzt, um Hände frei zu haben. In Sachen Tempo konnte Googles Chrome bisher die Konkurrenz immer hinter sich lassen. Ob das auch in Version 27 so ist, werden wir im Speedcheck weiter unten sehen.
Deutschland ist Firefox-Land
Kein anderer Browser wird so oft benutzt wie Mozillas Firefox. Fast die Hälfte aller Surfer verwendet den Browser (45,06 %). Weltweit hat Firefox einen Marktanteil von 20,27 %. Neu in der Version 22 ist die Integration von WebRTC („Web-Echtzeitkommunikation“). Sie könnte eine neue Kommunikationsform im Netz werden. Für die Werbeindustrie ein Problem wird dagegen, dass neuerdings Cookies von Drittanbietern blockiert werden. Große optische Neuerungen gibt es in Firefox 22 noch nicht. Wer an der Oberfläche bei Firefox deutliche Änderungen sehen will, muss noch bis Firefox 25 warten. Vorherige Versionen von Firefox wurden oft als träge und langsam dargestellt. Erste Tests haben gezeigt, dass Firefox 22 einen ordentlichen Entwicklungsschritt in Sachen Performance verzeichnet und Chrome die Stirn bieten kann. In Sachen Speicher-Effizienz, Sicherheit, Standard-Konformität und Zuverlässigkeit überzeugt Firefox. Außerdem bietet der Browser eine Fülle von Erweiterungen an.
IE 10, Firefox 22 und Chrome 27 im Tempo-Check
Unseren Tempo-Check haben wir mit einem Desktop-PC (AMD Phenom 8750 Triple Core mit 2,4 GHz, NVIDIA GTX 260, 4 GB RAM, Windows 7 Ultimate 64 Bit) durchgeführt. Als Festplatte ist im Test-System eine Samsung 840 SSD SATA III mit 250 GByte Speicherplatz verbaut. Wir haben die Benchmarks von SunSpider und Octane durchlaufen lassen. Bei SunSpider ist ein niedrigerer Wert besser, bei Octane ein höherer Wert. Alle drei Benchmarks ermitteln die Geschwindigkeit bei der Ausführung von Javascript.
Die Ergebnisse sind bei beiden bei Tempo-Checks ähnlich: Auf dem ersten Platz liegt Googles Chrome, gefolgt von Firefox. Etwas abgeschlagen ist jeweils der Internet Explorer. Auffällig ist, dass Firefox dem Chrome-Browser dicht folgt. Das liegt an der neuen Übersetzer-Technik IonMonkey, welche seit Firefox 18 integriert wurde und für höhere Performance sorgt. Ganz reicht es aber nicht, um Chrome zu überholen.
Fazit: Keiner der drei Browser ist schlecht. Wenn neue Web-Standards wichtig sind, dann kann zu Chrome oder Firefox gegriffen werden. Geht es rein um Sprachsuche und Performance, dann hat Google Chrome die Nase vorne. Firefox ist Platzhirsch, wenn es um Add-ons geht – da ist die Auswahl bei Mozillas Software am größten. Lediglich Microsofts Internet Explorer hat ordentlich Nutzer verloren. Doch vielleicht schafft es die neue Version 10 wieder einige zu gewinnen. Als Nutzer empfehlen wir euch zwei oder zumindest drei Browser zu testen. Es ist möglich mehrere Browser parallel zu installieren.
Weiterführende Links:


Nerdzine Technik-Magazin rund um Smartphones, Gadgets und Computer



