FBI-Agent Christopher Tarbell bezeichnet „Silk Road“ als Schwarzmarkt für verbotene Güter wie Drogen in der beim US-Bundesgericht eingereichten Strafanzeige (siehe PDF-Dokument). Ermittlungen zufolge hat es die Webseite in sich: Mehrere Kilo Drogen sollen über die Handelsplattform angeboten worden sein. Mehr als 100.000 Käufer schlugen zu und brachten den Betreibern Provisionen in Höhe von 80 Millionen Dollar. Ermittlungen zufolge sollen auch mehrere Hundert Millionen Dollar Geld gewaschen worden sein. Der Beschuldigte soll sogar einen Mordauftrag an eine Person in Auftrag gegeben haben, die drohte andere Silk-Road-Mitglieder zu enthüllen. Umgerechnet 150.000 Dollar soll er in Kanada für den Mord bezahlt haben. Doch hier seien die Belege so dürftig, dass die Tat nicht wirklich nachgewiesen werden kann. So liegen weder die Personen mit dem Namen im Mordauftrag, noch Leiche vor.
Heroin, Kokain, Ecstasy und andere Drogen im Internet kaufen
Alleine im Monat September waren auf Silk Road 13.000 Angebote für Marihuana, Heroin, Kokain, LSD, Ecstasy, Metamphetamin und andere Betäubungsmittel gelistet. Für Cyberkriminelle war die Webseite ein Traum: Sie konnten Banktrojaner, gehackte Amazon-Konten und andere illegale digitale Güter erwerben. Sogar gefälschte Dokumente wie Reisepässe, Führerscheine und andere Ausweise wurden verkauft. Im Bereich „Dienstleistungen“ konnten sich Kriminelle einen Twitter- oder Facebook-Hacker mieten, um an Profildaten zu kommen.
„Dread Pirate Roberts“ überführt
Schlussendlich war die technische Verschleierung der Spuren vom Betreiber Ross William Ulbricht , der unter dem Nick „Dread Pirate Roberts“ operierte, nicht gut genug. Ermittler konnten die digitalen Spuren zusammensetzen und seine Identität lüften. Letztendlich machte er aber selbst einen Fehler: Er hatte in Forum-Beiträgen neben seiner anonymen E-Mailadresse auch seine echte verwendet. Das war der entscheidende Ansatz, um ihn zu überführen. Der 29-Jährige hatte Physik an der University of Texas studiert. Seinen Master’s Degree erwarb er an der Penn State University. 2011 startete er den Online-Marktplatz, der dafür bekannt wurde den Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen zu erleichtern.
Bitcoin-Wert gesunken: Was passiert mit den Bitcoins?
Als Folge der Schließung sank der Bitcoins-Preis auf etwa 119 Dollar. Zuvor im September lag er noch bei 145 Dollar. Es steht die Frage im Raum, was aus den Bitcoins im Allgemeinen passieren. Alleine über „Silk Road“ flossen im Wert von 1,2 Milliarden Dollar (600.000 Bitcoins). Vom FBI wurden 26.000 Bitcoins beschlagnahmt. Deren Wert beläuft sich auf 3,6 Millionen US-Dollar. In Gefahr dürfte die digitale Währung nicht sein, weil Bitcoins längst mehr alleine von Silk Road abhängt. Es gibt viele Online-Marktplätze, die Bitcoins für die Abwicklung von illegalen Geschäften nutzen.


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