Android-Nutzer in Berlin scheinen derzeit vermehrt Opfer von Cyberkriminellen zu sein. Bei den Betroffenen seien erste Online-Konten komplett leergeräumt worden. Die Polizei warnt daher vor der Diebstahlserie bei der Smartphone-Besitzer mit Android betroffen sind. Dabei wurde das TAN- und mTAN-Verfahren per SMS ausgenutzt.
Es häufen sich Strafanzeigen beim Landeskriminalamt in Berlin bei denen Onlinebanking-Betrug begangen wurde. Alle Opfer benutzten das SMS-TAN-/mTAN-Verfahren. Cyberkriminelle finden dabei die per SMS versandte mTAN ab. Sie ist erforderlich, um eine Transaktion bei einem Online-Konto durchzuführen. Aufgefallen ist, dass alle Smartphone-Nutzer ein Gerät mit dem Betriebssystem Android genutzt haben.
PC-Trojaner ermittelt Kontonummer und Pin
Dabei gehen die Kriminellen in zwei Schritten vor. Sie sollen zunächst einen Trojaner auf dem Computer ihrer Opfer eingeschleust haben. Oft geschieht dies bereits beim Besuch von infizierten Webseiten. Anschließend wurden Kontonummer und Pin übertragen. So haben sie bereits Zugriff auf das Online-Konto.
Cyberkriminelle greifen mit Schadsoftware mTAN ab
Der Trojaner öffnet dann ein Fenster mit dem Hinweis, dass ein Update für das mTAN-Verfahren notwendig sei. Nutzer wurden aufgefordert Modell und Handynummer einzugeben. Sie erhielten dann per SMS einen Link zu einem angeblichen Sicherheitsupdate. Statt das Sicherheitsupdate zu installieren, gab es unter dem Link allerdings eine Schadsoftware. Sie ließt SMS und leitet mTANs an die Kriminellen ohne dass Android-Nutzer dies mitbekommen, heißt es in der Presseerklärung der Polizei.
Handynummer, Pin und mTAN ermöglichen den Angreifern Transaktionen durchzuführen. Mit einer mTAN können Angreifer einmalig eine Online-Überweisung durchführen. Bei den betroffenen Opfern wurden die Konten komplett leergeräumt. Sogar der Überziehungsrahmen wurde voll ausgeschöpft. Opfer haben keine Chance ihr Geld wiederzusehen, da eine Rückbuchung nicht möglich ist. Auf den Kosten bleiben die Opfer in der Regel sitzen.
Bei aufpoppenden Sicherheitsupdates Bank kontaktieren
Nutzer, die Online-Banking nutzen, sollten Sicherheitsupdates ihrer Bank skeptisch gegenüberstehen. Im Notfall sollte bei der Bank nachgefragt werden, ob ein Update tatsächlich von der Bank ausgeht und erforderlich ist. Android-Smartphone-Besitzer sollten Apps nur installieren, wenn sie die Herkunft kennen. Es hilft den Verstand zu nutzen: Welche Rechte verlangt die App? Stammt sie aus dem Play Store von Google oder einem seltsamen App-Store? Für angeblich von der Bank stammendem E-Mail-Verkehr gilt das übrigens auch. Außerdem ist die regelmäßige Aktualisierung der Android- und PC-Software wichtig, genau wie auch die Einrichtung einer Firewall am Computer.
Android-Trojaner – Vorsicht bei Online-Banking
Nerdzine Technik-Magazin rund um Smartphones, Gadgets und Computer