Mehr als 300.000 PCs sind vom Trojaner DNS-Changer befallen. Das FBI wird die Umleitung des Internetverkehrs für die infizierten Rechner deaktivieren. Ab Montag könnten diese Internetnutzer ohne Internetzugriff sein. Mit einem Schnelltest können eigene Gerät online auf Befall überprüft werden.
Weltweit sind 300.000 Computer vom DNS-Changer Trojaner betroffen. In unserem vorherigen Posting hatten wir bereits darüber berichtet (siehe 7,5 Millionen Nutzer haben haben DNS-OK.de aufgrund von DNS-Changer Trojaner genutzt). Die verantwortlichen Hacker wurden bereits 2011 gefasst. Nach wie vor gibt es aber noch genug infizierte Computer bei denen der Internetverkehr aktuell über die Ersatzserver des FBIs geleitet werden. Die “sauberen” Server wurden extra eingerichtet, damit die Nutzer weiterhin und sicher das Internet nutzen können.
Serverabschaltung am 09. Juli 2012
Ab Montag wird das FBI genau diese Server abschalten. Da infizierte Computer nach wie vor versuchen über die FBI-Server auf das Internet zuzugreifen, wird ab Montag den Nutzern eine Fehlermeldung angezeigt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) teilte mit, dass Nutzer ihre DNS-Einstellungen ändern müssen, um weiterhin Zugriff auf das Internet zu haben.
DNS-OK.de checkt infizierte PCs
Die von uns bereits vorgestellte Webseite www.dns-ok.de funktioniert nach wie vor. Damit können betroffene Nutzer schon heute prüfen, ob das eigene Gerät mit dem DNS-Changer Trojaner infiziert ist. Beschrieben ist auf der Webseite auch, wie mit weiteren Maßnahmen der Trojaner entfernt wird. Seit Mai warnt sogar Google mit der eigenen Suchmaschine Nutzer dessen PCs mit dem Trojaner infiziert sind.
Aktuell sollen geschätzt 69.000 Rechner in den USA stehen. Die weiteren PCs der 300.000 befallenen stehen in vielen weiteren Ländern – darunter auch Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich. In Deutschland werden etwa 30.000 infizierte Computer geschätzt. Da es schwierig ist die Opfer zu erreichen, ist es auch schwierig zu sagen, wie viele der infizierten Rechner tatsächlich noch in Betrieb sind.
Cyberkriminelle erbeuteten 11,3 Millionen Euro
Ermittler aus den USA haben im November 2011 sechs Esten im Rahmen der Operation “Operation Ghost Click” festgenommen. Im Zeitraum zwischen 2007 und 2011 hatten sie Internetnutzer auf der ganzen Welt umgeleitet und konnten auf diese weise etwa 11,3 Millionen Euro illegal einnehmen. Ihnen droht nun bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 30 Jahren.
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