Obwohl die Anzeige vom neuen iPad bei 100% steht, lädt der Akku weiter auf. Im Netz ging dies wie ein Lauffeuer herum – ist dies gefährlich? Apple und andere Technikexperten geben jetzt möglicherweise Entwarnung. Bei wiederaufladbaren Batterien kann dieses Verhalten normal sein.
Mit dem neuen iPad hatte Apple auch einen leistungsstärkeren Akku integriert. Dieser leistet statt vorher 25 Wattstunden jetzt 42,5 Wattstunden, um leistungsfähige Komponenten wie das Retina Display und den A5X-Prozessor zu versorgen. Im Internet verbreiten sich seit Tagen Meldungen darüber, dass Apples neues iPad Probleme mit dem Akku haben soll. Trotz der 100%-Anzeige neben dem Akkuladesymbol scheint der Akku weiterhin aufgeladen zu werden. Fakt ist, dass die Aufladung von neuartigen Akkus anders als bei alten Handys ist. Demnach sind die Diskussionen rund um die iPad Akkuanzeige überflüssig.
Überladung kein Bug, sondern ein Feature
DisplayMate stellte Probleme mit der Ladeanzeige fest. Laut dem US-Unternehmen soll der Akku nur zu 90 Prozent geladen sein, obwohl die Anzeige 100 Prozent anzeigt. Die Laufzeit vom iPad soll sich dadurch um 10 Prozent verkürzen. Doch das ist noch nicht genug. So soll der Akku trotz Anzeige der 100 Prozent weiter geladen werden. Jetzt hatte AllThingsD die Chance mit Michael Tchao (Apple VP) die Meldungen rund um den iPad-Akku zu klären. So soll laut Apple der Akku tatsächlich bereits vorab 100% anzeigen.
Anschließend wird der Akku voll geladen bis er die 100 Prozent wirklich erreicht, um dann wieder entladen zu werden. Dieser Zylkus wird so lange fortgesetzt, bis der Stecker gezogen wird. An der Herstellerangabe zur Akkulaufzeit von 10 Stunden soll sich allerdings nichts ändern – egal wann in diesem Zyklus der Stecker gezogen wird. Tchao klärte auch weiter auf, dass das Ladeverhalten bereits bei vorherigen Apple-Geräten zum Einsatz kam und schon immer in iOS integriert war. Es ist also kein Bug, sondern ein Feature.
Fakt ist, dass heutige Smartphone-Akkus geringe Laufzeiten haben. Manch einer würde sich wünschen die Ladezeit zu verlängern. Im Jahr 2009 kritisierte Henri Tirri (Nokia) bereits die Laufzeit der High-End-Smartphones und setzte das Ziel fest eine Woche ohne Nachladen zu erreichen. Heutige Smartphonehersteller sind noch weit davon entfernt.
Smartphones richtig laden
Wie oft Smartphones geladen werden müssen, beschreiben Experten von der “Battery University“. Entgegen vieler weit verbreiteter Meinungen raten sie dazu das Smartphone lieber öfter an die Steckdose zu hängen als es komplett zu entladen. So gibt es bei den heute verwendeten Lithium-Ionen-Akkus in Smartphones den bekannten Memory-Effekt nicht. Ein Ladezyklus startet auch nicht etwa beim Anstöpseln an die Stromversorgung, sondern wenn der Akku komplett zu 100 % geladen wurde.
Ein weiterer Punkt, der für Gesprächsstoff sorgt ist, ob ein Akku wirklich zu 100 Prozent geladen ist, wie es die Anzeige anzeigt. Im Beitrag auf XDA-Developers.com gibt Auskunft darüber. Die Grafik dokumentiert, dass kurz nach Erreichen der 100 Prozent-Marke entlädt die Technik den Akku wieder auf 90 Prozent, ohne dies dem Nutzer anzuzeigen. Vermieden werden soll dadurch eine hohe Dauerspannung, die sich negativ auf die Lebenserwartung auswirkt. Ständige hohe Spannung sorgt bei hohen Temperaturen für Korrosion und lässt die Batterie frühzeitig altern.
Informationen zum Akku selbst sind besonders für iPhone-Nutzer interessant. Diese können im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones ihren Akku nicht mehr wechseln. Alle anderen können sich meist für ca. 20 Euro einen neuen Akku kaufen, wenn der Alte bereits eine Lebensdauer von 3 Jahren hat und deutlich nachlässt.
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