Internet-Konzern Google arbeitet an einer neuen Datenbrille. Sie soll alle Funktionen eines Smartphones vereinen und das Internet in den “Gläsern” der Brille abbilden.
Die PC-Ära ist bereits beendet. Jetzt könnte auch schon das Ende der Smartphone-Ära eingeläutet werden. Google stellte jetzt ein Brillenglas vor, welches Daten jeglicher Art in Brillengläsern anzeigt. Am Projekt “Project Glass” ist auch Wissenschaftler Sebastian Thrun beteiligt. Er gilt als führender Experte für KI (künstliche Intelligenz).
Project Glass Video
In fünf Fotos und einem Video (“Project Glass: One day…” haben wir weiter unten im Beitrag eingebunden) stellt Google im eigenen Social Network Google+ das Projekt vor. Im Video erwacht ein junger in New York lebender Mann. Seine Brille zeigt ihm gleich eine Übersicht mit Temperatur, Google+, Kalender, Kamerafunktion und co. an. Auch ein Termin mit “Jess” poppt auf. Beim Blick aus dem Fenster wird das aktuelle Wetter samt Regenwahrscheinlichkeit angezeigt. Während des Frühstücks erhält er eine Nachricht von seinem Kumpel “Paul”, die er durch die Datenbrille per Sprachsteuerung beantwortet.
Anschließend läuft der Mann durch New York. Bei seinem Weg zur U-Bahn wird im von seiner Google-Brille mitgeteilt, dass die Bahn ausfällt. Ihm wird gleich in 3D eine Wegbeschreibung für einen Fußweg vorgeschlagen – alles vor seinen Augen auf dem “Brillenglas”. Die Navigation übernimmt die Brille ebenfalls, ähnlich wie wir sie vom Navigationsgerät kennen.
Per Sprachsteuerung können Sprach-Memos aufgenommen werden. So speichert der junge New Yorker eine Erinnerung zum Kauf von Konzert-Tickets. Die Navigation funktioniert nicht nur in den Straßen. Innerhalb einer Bücherei lässt er sich zum Musikbereich lotsen.
Auf die Anbindung der Google-Brille an das eigene Netzwerk legt Google ebenfalls viel wert. So können mit der Brille angefertigte Fotos auch in eigenen Circles (Kreisen) bei Google+ geteilt werden. Zur Aufnahme eines Fotos muss der Nutzer nicht mehr das Mobiltelefon aus der Hosentasche herausholen. Stattdessen soll ein Fingerdruck auf eine Taste der Brille den Kameramodus starten, so Nick Bilton von der New York Times. Während des Films führt der Google-Brillenträger auch eine Video-Konferenz mit “Jessica” und teilt mit ihr seine eigene Sicht. Ebenfalls eine sehr interessante Funktion vom “Project Glass”.
Aussehen und Entwicklung der Google-Brille
Vom Design her überzeugt die Brille den Fotos nach. So wirkt das Gestell leicht. Auch kommt die Brille ganz ohne Gläser aus.
Technisch gesehen ist die Entwicklung der Google-Brille noch nicht weit. Sie soll auf Android basieren, wie die New York Times erfahren haben soll. Sie soll neben zahlreichen Sensoren auch über ein 3G- oder 4G-Modul verfügen.
Google wolle sich eigenen Angaben nach mit der Veröffentlichung erstmal informieren, wie eine solche Brille ankommen würde und um eine Diskussion anzuregen. Ebenso unklar ist einem Google-Insider nach, wann solche Brillen in den Handel kommen.
Entwickelt wird die Datenbrille im Labor Google X. Im Labor arbeiten viele von unter Anderem Microsoft, US-Universitäten und Nokia Labs abgeworbene Elektro- und Roboteringenieure.
Google-Brille und Datenschutz
Mit einer solchen Datenbrille könnte Google Werbung den Nutzern noch gezielter ausliefern und weiterhin in alltäglichen Situationen darstellen. Des Weiteren könnten Apple weitere Anteile abgenommen werden. Mit iPhone und iPad dominiert Apple aktuell den Smartphone-Markt.
Kritik an der Brille gibt es aus Sicht des Datenschutzes. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa äußerte sich der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. Google könne mit einer solchen Brille noch mehr Informationen über Verhalten und Aufenthaltsorte des Nutzers beziehen.
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