Ein 4-Zoll-Display, ein schnellerer Prozessor und ein LTE-Modul erhält Apples neuestes Smartphone. Damit sind viele der Gerüchte tatsächlich wahr gewesen. Bei der Produktshow vom Mittwoch zeigte uns der Konzern aus Cupertino die Präsentation vom iPhone 5 – ohne viele Überraschungen. Dennoch spricht vieles dafür, dass das Gerät ein Verkaufsschlager wird.
Lange haben Apple-Fans auf die Vorstellung des iPhone 5 gewartet. Am gestrigen Mittwoch war es so weit: In der Apple-Keynote wurde das Gerät erstmals präsentiert.
A6-Prozessor macht es doppelt so schnell
Bestätigt hat sich das Gerücht zum neuen A6-Chip. Dieser soll laut Apple das Gerät im Vergleich zum iPhone 4S doppelt so schnell werden lassen. Genaueres gab es von Apple bei der Keynote leider nicht. Zumindest die 8-Megapixel-Kamera soll davon profitieren. Sie soll im Dunkeln bessere Bilder machen und auch erstmals Panorama-Bilder machen können.
LTE (4G) wird unterstützt
Erstmals unterstützt das iPhone LTE. Mit dem integrierten LTE-Modul (sogenannter Pentaband-Chip) nutzt das Gerät den Mobilfunkstandard der vierten Generation. Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde sind damit möglich – vorerst arbeitet Apple da wohl exclusiv mit der Deutschen Telekom zusammen. Bereits beim iPad 3 wurde LTE integriert. Damals war das Gemecker groß: Denn LTE konnte aufgrund der unterstützten Frequenzen nur in den USA und Kanada genutzt werden.
Design, Display und Anschlüsse des iPhone 5
Vom Design her passt das tatsächliche iPhone gut zu den aufgetauchten Dummies aus China. Die Rückseite ist neuerdings nicht mehr aus Glas, sondern aus Metall und zweifarbig. Zwar orientierte sich der Konzern bei der Gestaltung stark am iPhone 4S, allerdings ist das iPhone 5 dünner und länger. Von der Diagonale her misst es 4 Zoll (10,16 cm) und löst mit 1136 x 640 Pixeln auf. Die Pixeldichte bleibt also wie beim iPhone 4S. Laut Apple-Marketingchef Phil Schiller ist es gerade noch so groß, dass man es mit einer Hand bedienen kann. Im Gegensatz zu anderen Herstellern beließ Apple bislang die Diagonale bei 3,5-Zoll. Andere Hersteller wählten immer größere Displays.
In einem Zug hat Apple auch die Farbsättigung erhöht und eine neue Touchscreen-Technik integriert. Letztere ermöglichte die dünnere Bauweise und lässt das Display vermutlich bei Sonnenschein weniger spiegeln. Mit 112 Gramm ist es ein Fünftel leichter als das Vorgängermodell. Außerdem ist es mit 7,6 mm um 18 Prozent dünner. Der Kopfhöreranschluss ist nach unten gewandert und auch der erwartete kleinere Dock-Connector befindet sich am Apple-Smartphone. Der universelle Anschluss ist in etwa so groß wie ein Mini-USB-Steckplatz. Einen entsprechenden Adapter von Apple gibt es zum Kauf natürlich auch.
iOS 6
Etwa 200 neue Funktionen soll das Handy-Betriebssystem iOS 6 auf das iPhone 5 bringen. Nicht alle werden Nutzer mitbekommen. Viele davon sind aber nützlich: So werden geöffnete Webseiten im Browser Safari zwischen Computer und iPhone synchronisiert. Der Sprachassistent Siri erhält neue Funktionen. Es lassen sich Facebook-Status-Updates, Twitter-Tweets per Sprachbefehl absenden und Apps öffnen.
Einige Dinge fehlen iOS 6 aber auch: So hat Apple tatsächlich die Youtube-App vom iPhone entfernt (wir berichteten). Sie ist nicht mehr vorinstalliert und muss aus dem App-Store nachgeladen werden. Auch Google Maps gibt es auf dem iPhone 5 nicht mehr. Stattdessen nutzt Apple einen eigenen Kartendienst. Bei der Vorstellung sah dieser ganz nett aus. In ersten Tests wird es näheres geben – etwa ob sich die Navigation mit der von Tom Tom und Navigon messen lassen kann. Die Apple-Karten beinhalten auch die 3D-Darstellung von 26 Städten weltweit. Google Maps bietet dies genau so wie auch 3D-Bilder von Sehenswürdigkeiten an.
Kein NFC
Ein NFC-Modell hat Apple trotz einiger aufgetauchter Gerüchte nicht integriert. Über die Drahtlostechnik lässt es sich drahtlos bezahlen. Als Grund nannte Marketingchef Phil Schiller, dass es zu wenige Anwendungen gäbe, die NFC tatsächlich nutzen. Denkbar wäre eine Integration in einem neuen Modell in 2013.
Preis wie beim iPhone 4S
Bei der Preisgestaltung gibt es keine Überraschungen. Das iPhone 5 wird zu Beginn so viel kosten, wie auch das iPhone 4S bei dessen Einführung. Ohne Vertrag sind dies 849 Euro für das “größte” Modell mit 64 GByte Speicher. Mit Vertrag wird es deutlich günstiger: Beim kleinsten Modell rechnen wir dementsprechend mit 199 US-Dollar mit Vertrag. Entsprechende Verträge werden in Deutschland Vodafone, Telekom und o2 anbieten.
Wir haben für euch ein erstes Hands-On-Videos vom iPhone 5 eingebunden:
An dieser Stelle würden wir gerne wissen, ob ihr mehr erwartet hättet. Seid ihr mit der ersten Vorstellung zufrieden?
iPhone 5 – vorgestellt bei der Apple-Keynote (Bild: Apple)
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