Im Streit um den jüngsten Gesetzesentwurf in den USA, drohen etablierte Webgrößen mit der Abschaltung Ihrer Dienste. Am 26. Oktober 2011, reichte eine Gruppe von Abgeordneten den Gesetzesentwurf “SOPA” im amerikanischen Repräsentantenhaus ein. SOPA (Stop Online Piracy Act) sieht die Möglichkeit vor, komplette Domains aufgrund von Verstößen gegen amerikanisches Urheberrecht zu sperren.
SOPA-Problem
Da der Gesetzesentwurf vorsieht, allen Seiten, die Inhalte verlinken oder anbieten, die urheberrechtlich geschützt sind, sofort und ohne Ermittlungen sperren zu können, würde dies quasi das Aus bedeuten, für Social Networks, Medienplattformen und sogar ganze Suchmaschinen. Social Networks ermöglichen den Nutzern nicht selten das Teilen und Verbreiten von Links zu Videos oder anderen Inhalten, um zu zeigen, was gerade “in” ist. Hier tauchen unweigerlich auch urheberrechtlich relevante Inhalte auf. Noch problematischer würde das neue Gesetz sogar für indexbasierte Suchmaschinen wie Google und Co. ausfallen.
Bekanntermaßen listen Suchmaschinen nach Möglichkeit alles, was sie im Internet erspähen können, um hieraus nützliche Verweise zu diversen Suchbegriffen zu generieren. So gesehen, würde SOPA also das Aus für das sich immer weiter etablierende “Web 2.0″, also einem interaktiven und von Nutzern bereicherbaren Internet, bedeuten. Die größten und beharrlichsten SOPA-Befürworter, bilden US-amerikanische Film- sowie Musikindustrie. Diese erhoffen sich durch die Möglichkeiten eine Steigerung ihrer Umsatzzahlen. Sie selbst propagieren SOPA als Erhalt von unzähligen Arbeitsplätzen.
Die Rebellion formiert sich
Die Giga-Plattformen im Internet, allen voran Facebook, Google und Amazon, bilden eine klare Front, gegen die drohende Repression. So ziehen diese Plattformen in Ewägung, ihre Dienste vorübergehend abzuschalten und lediglich eine Information zu SOPA anzuzeigen sowie die Empfehlung, sich direkt an den US-Senat zu wenden, um Beschwerden vorzubringen. Die Netzwerke und Plattformen rund um Facebook fürchten eine Zensur und legen immer wieder dar, dass ein Zusammenbrechen der dynamischen Struktur des Internets auch erhebliche Folgen auf unzählige Unternehmen und Arbeitsplätze haben werden, die ihre Dienstleistungen oder Produkte mithilfe der gängigen Plattformen vertreiben. Zudem wird vermehrt ein Zensur-Wahnsinn wie im Iran oder China befürchtet. Die SOPA-Diskussion hat einen Flächenbrand an Diskussionen ausgelöst, der sogar Sony, Nintendo und andere Befürworter der Neuerung dazu bewogen hat, ihre öffentliche Unterstützung weitestgehend zurück zu fahren.
Nerdzine Technik-Magazin rund um Smartphones, Gadgets und Computer