Megaupload-Gründer und Copyright-Verstößer Kim Schmitz erhebt schwere Vorwürfe gegenüber die neuseeländische Polizei. Bei seiner Verhaftung sei er von den Beamten brutal misshandelt worden. Im Netz ist auch das Razzia-Video aufgetaucht.
Nach wie vor versucht Kim Schmitz (auch bekannt als Kim Dotcom) seine Auslieferung in die USA zu verhindern. Nun gab der 38-Jährige am 07. August vor Gericht bekannt, dass die Beamten während der Razzia ihn schlugen und traten. Im Berufungsverfahren soll geklärt werden, ob die Razzia im Januar legal war.
In der ersten Instanz kamen die Richter im Juni zum Ergebnis, dass die Hausdurchsuchung wegen eines Formfehlers nicht rechtmäßig war. Der Durchsuchungsbefehl soll zu allgemein gehalten gewesen sein. Daraufhin ging die Staatsanwaltschaft in Berufung.
Tritte, ein Gesichtsschlag und ein Knie in den Rippen
“Sie fielen auf mich her”, sagte der Megaupload-Gründer. Ihm wurde ins Gesicht geschlagen. Er spürte Stiefeltritte. Als er am Boden war drückte einer der Beamten mit einem Knie in seine Rippen. Ein weiterer Stand auf seiner Hand, berichtet Schmitz. Dabei gab es seinen Aussagen nach keinen Grund Gewalt anzuwenden. Die Tür war unverschlossen. Kim Dotcom hob die Hände als die Polizisten den Raum betraten. Gewaltspuren waren an geschossenen Fotos von Kim Schmitz nicht zu sehen. Daraufhin antwortet Kim Dotcom, dass Blutergüsse sich erst entwickelten und am darauffolgenden Tag sichtbar wurden.
[post_list preset="relatedPosts_5"]Das folgende Video zeigt in einem 3NEWS.co.nz-Report die Razzia aus Sicht eines Einsatzhubschraubers:
Kim Schmitz wurde im sogenannten “Panic Room” überwältigt. Im gleichen Raum wurde auch eine geladene Waffe gefunden. Die zahlreichen Einsatzkräfte, samt Hubschrauber, Fahrzeugen und Hunden, rechtfertigte ein Polizist damit, dass Kim Schmitz auf Fotos mit Waffen posierte.
War die “Kim Schmitz”-Razzia illegal?
Ziel von Schmitz’ Anwälten ist es beschlagnahmte Computer und Objekte nicht vor Gericht gelten zu lassen. Das wäre der Fall, wenn das Gericht dem Richterin in erster Instanz folgen. Polizeibeamte machten auch Kopien von den Festplatten.
Kim “Dotcom” Schmitz wurde Januar bei einer Razzia festgenommen und einen Monat später auf Kaution wieder freigelassen. Sein Internetportal Megaupload hatte er 2005 gegründet. Nutzer konnten Daten im Internet speichern und anderen zur Verfügung stellen. Da Raubkopien von Filmen, Musik und Software darüber verbreitet wurden, steht er nun vor Gericht. Mittlerweile ist die Plattform vom Netz. Bei einer Auslieferung in die USA drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.
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